Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Kulturen der Aufklärung

Interdisziplinärer Masterstudiengang

Steckbrief

  • Ein-Fach-Masterstudiengang im Umfang von 4 Semestern und 120 Leistungspunkten (LP/ETCS)
  • Akademischer Abschluss: Master of Arts (M.A.)
  • keine Studiengebühren
  • Studienbeginn im Wintersemester (Einstieg jedoch auch im Sommersemester möglich)
  • Besonderheit: ein Praxismodul in kooperierenden Kulturinstitutionen

Konzeption des Studiengangs

In der Epoche der Aufklärung entstanden die Konzepte und Kulturmuster der Moderne, die noch die Gegenwart und ihre Debatten um die Zukunft des westlichen Gesellschaftsmodells in einer globalisierten Welt prägen. Im 18. Jahrhundert eröffnet die Auflösung der traditionellen Ordnungen des Handelns, Glaubens und Wissens neuartige Freiräume für die menschliche Welterfassung und Weltgestaltung: Ein vielschichtiger und durchaus konfliktgeladener Prozess der Transformation des Religiösen und des Rationalen beginnt, der bis heute nichts von seiner gesellschaftlichen Aktualität und Relevanz verloren hat.

Der Masterstudiengang „Kulturen der Aufklärung" lotet die verschiedenen Facetten dieses epochalen Wandels interdisziplinär und multiperspektivisch aus und legt dabei besonderes Gewicht sowohl auf den professionellen Umgang mit den jeweils fachspezifischen Methoden wie auf die Erkundung praktischer Berufsfelder. Beteiligt sind die Fächer Theologie, Philosophie, Geschichte, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft, Romanistik, Anglistik, Germanistik, Medien- und Kommunikationswissenschaft, Musikwissenschaft sowie Pädagogik.

Der Masterstudiengang „Kulturen der Aufklärung" wurde vom Landesforschungsschwerpunkt "Aufklärung - Religion - Wissen" an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg konzipiert und ist am Interdisziplinären Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA), einer zentralen Einrichtung der Universität, angesiedelt. Er gehört zu den Studiengängen der Philosophischen Fakultät II, wird aber ebenso von Professorinnen und Professoren der Theologischen Fakultät sowie der Philosophischen Fakultäten I und III getragen.

Standortvorteil Halle

Die mitteldeutsche Region (Halle, Leipzig, Dessau, Weimar, Jena) war eine der produktivsten Landschaften der europäischen Aufklärung. Das ist heute noch spürbar in einer Vielzahl von Literatur- und Kunstmuseen, historischen Bibliotheken, Archiven, Kultur- und Naturdenkmälern.

Zu den Partnern für die Praxiselemente des Masterstudiengangs zählen unter anderem das Christian-Wolff-Haus    in Halle, die Franckeschen Stiftungen zu Halle   , die Kulturstiftung Dessau-Wörlitz    mit dem Gartenreich, die Klassik Stiftung Weimar   , das Gleimhaus Halberstadt   , das Klopstockhaus Quedlinburg   , das Lessingmuseum Kamenz   , das Novalis-Museum Schloss Oberwiederstedt   , das Winckelmann-Museum Stendal   , das Rochow-Museum Reckahn    und    die Universitätsbibliothek Leipzig   .

Die Nähe zu wichtigen historischen Schauplätzen hat den Vorteil, dass sehr reichhaltige Archiv-, Bibliotheks- und Kunstbestände ortsnah zur Verfügung stehen. Hervorzuheben sind auch die Forschungsbibliotheken der Franckeschen Stiftungen und des Interdisziplinären Zentrums für die Erforschung der Europäischen Aufklärung (IZEA), in denen umfangreiche historische Buchbestände freihand zugänglich sind.

Eine Besonderheit: das Praxismodul

Nach dem ersten Studienjahr ermöglicht die Praxisphase den Studierenden, innerhalb des breiten Angebots an kooperierenden Institutionen und deren aktuellen Programmen einen eigenen fachlichen Schwerpunkt zu setzen. Arbeitsschwerpunkte können einerseits die wissenschaftliche Beschäftigung mit Originalen (Erschließung, Vorbereitung einer Ausstellung, Leihverkehr) und andererseits die Vermittlung von Forschungsergebnissen an ein breiteres Publikum (Öffentlichkeitsarbeit, Kulturpädagogik, Veranstaltungsmanagement) sein.

Das besondere Profil dieses Moduls besteht darin, dass konzeptionelle und kulturpraktische Arbeit ineinandergreifen und bereits im Studium Berufsfelder erkundet werden können. Das Praxismodul ergänzt die textwissenschaftlichen Ansätze durch das forschende Lernen zur visuellen und materiellen Kultur und deren intermedialen Verflechtungen; institutionell öffnet es das Studium zu außerakademischen Kulturinstitutionen.

Praktikumsberichte von Studierenden des Masterstudiengangs

Wofür qualifiziert der Studiengang?

Der Masterstudiengang „Kulturen der Aufklärung" ist ein forschungsorientierter Studiengang, der zugleich einen deutlich höheren Praxisanteil aufweist als die meisten anderen geisteswissenschaftlichen Studiengänge. Daher qualifiziert er sowohl für den Anschluss einer Promotion (z. B. in entsprechenden Stipendienprogrammen) als auch für eine Berufstätigkeit im Wissensmanagement, in Bildungs- und Kulturinstitutionen und in der Öffentlichkeitsarbeit. Mit dem Masterabschluss kann man sich zudem im Verlagswesen, in den Medien sowie für Traineeprogramme in Unternehmen bewerben.

Einige Beispiele für die berufliche Nutzbarkeit der Studieninhalte:

Wer kulturell interessiert ist und eine Berufstätigkeit in einer Kulturstiftung oder im freien Bildungswesen anstrebt, dem vermittelt der Studiengang einen einzigartig breiten Überblick über eine der innovativsten Epochen der Kulturgeschichte und zudem Praxiserfahrungen in national und international bekannten Kulturinstitutionen.

Wer eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen möchte, der erlernt das wissenschaftliche Arbeiten an einem Forschungszentrum von internationalem Rang in direktem, persönlichem Kontakt mit ausgewiesenen Experten sowie renommierten in- und ausländischen Gästen.

Wer gesellschaftlich interessiert ist und eine Berufstätigkeit als Journalist anstrebt, dem vermittelt der Studiengang vertiefte Einsichten in die aufklärerischen Grundlagen unserer gesellschaftlichen Institutionen und Normen, nicht zuletzt in die Prägephase der modernen Öffentlichkeit und des öffentlichen Gebrauchs der Vernunft als Kritik.

Aufbau des Studiengangs

Der Studiengang besteht aus zehn Modulen (à 10 LP) sowie dem Masterarbeitsmodul (20 LP). Die zehn Module umfassen ein einführendes Modul, sieben, z. T. fächerübergreifende Themenmodule, ein Praxismodul und ein Vertiefungsmodul. Denn trotz der interdisziplinären Breite des Studiengangs ist es möglich und vorgesehen, in einem der beteiligten Fächer einen Schwerpunkt zu setzen. Das Vertiefungsmodul wird in dem Fach absolviert, in dem die Masterarbeit geschrieben wird. Dieses Fach wird demnach insgesamt mit zwei Modulen belegt.

Studienverlauf

(bei Beginn im Wintersemester)

1. Semester:

  • Einführungsmodul (10 LP): „Aufklärung–Religion–Wissen“ als interdisziplinärer Forschungsgegenstand; Modulverantwortlicher: Prof. Dr. Daniel Fulda
  • Modul Geschichte (10 LP): Historische Aufklärungsforschung. Empirische Felder und Forschungszugänge der Geschichtswissenschaft zum langen 18. Jahrhundert; Modulverantwortlicher: Prof. Dr. Andreas Pečar
  • Modul Philosophie (10 LP): Systematische und problemgeschichtliche Aspekte der Aufklärung und des Wissensbegriffs; Modulverantwortlicher: apl.Prof. Dr. Robert Schnepf

2. Semester:

  • Modul Theologie (10 LP): Systematische und historische Aspekte im Zeitalter der Aufklärung; Modulverantwortlicher: Prof. Dr. Jörg Dierken
  • Modul Erziehungswissenschaften (10 LP): Erziehung und Bildung im Zeitalter der Aufklärung; Modulverantwortliche: Prof. Dr. Pia Schmid
  • Modul Literatur und Ästhetik I (10 LP): Westeuropäische Literaturen; Modulverantwortliche: Prof. Dr. Sabine Volk-Birke

3. Semester:

  • Modul Literatur und Ästhetik II (10 LP): Deutschsprachige Literatur, Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft und Musikästhetik; Modulverantwortlicher: Prof. Dr. Daniel Fulda
  • Modul Wissen und Wissenstransfer seit dem 18. Jahrhundert (10 LP): Zur Rationalität des Handelns in der Moderne; Modulverantwortlicher: Dr. Frank Grunert
  • Praxismodul (10 LP): Materielle Kultur der Aufklärung; Modulverantwortliche: Dr. Christiane Holm

4. Semester:

  • Vertiefungsmodul (10 LP); Modulverantwortliche(r) abhängig vom gewählten Fach
  • Abschlussarbeit Master (20 LP): Modulverantwortliche(r) abhängig vom gewählten Fach

Zulassungsvoraussetzungen

  • Interesse an der Aufklärungszeit und am interdisziplinären Arbeiten
  • guter bis sehr guter Abschluss (mind. Note 2,4)
  • BA mit mind. 90 LP (bzw. Magister oder Staatsexamen) in Germanistik, Anglistik, Romanistik, Philosophie, Pädagogik, Ethnologie, Theologie, Kulturwissenschaften, Geschichte, Judaistik, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politik oder Soziologie
  • Sprachkenntnisse: zwei Fremdsprachen mindestens auf Abiturniveau (Englisch und eine romanische oder biblische Sprache), wünschenswert sind Lateinkenntnisse

Bewerbung

Die Bewerbungsfristen sind der 31. August für das folgende Wintersemester sowie der 28. Februar für das folgende Sommersemester.

Die Zulassung zum Masterstudiengang "Kulturen der Aufklärung" ist mit folgenden Unterlagen zu beantragen:

  • Abschlusszeugnis (in Kopie) eines vorangegangenen Studienabschlusses (Bachelor, Magister, Staatsexamen), der die Zulassungsvoraussetzungen (s. o.) erfüllt
  • Bewerber, die den Nachweis über den ersten berufsqualifizierenden Abschluss erst zum Ende des Sommersemesters (30.September) bzw. zum Ende des Wintersemesters (31. März) erhalten, fügen anstelle des Abschlusszeugnisses eine vom zuständigen Prüfungsamt ausgestellte Fächer- und Notenübersicht bei
  • Nachweise der geforderten Sprachkenntnisse (Abiturzeugnis, Zertifikate)
  • Eine (maschinen-)schriftliche Stellungnahme von ca. drei DIN-A4-Seiten, welche die persönlichen und fachlichen Gründe für die Bewerbung erläutert

Die Bewerbung für einen Studienplatz erfolgt über das Immatrikulationsamt der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Alle weiteren Informationen (Online-Bewerbung, Bewerbungsfristen für ausländische Studienbewerber etc.) finden Sie hier:

Kontakt

Verantwortlicher Koordinator:

Prof. Dr. Daniel Fulda
Interdisziplinäres Zentrum für die Erforschung der Europäischen Aufklärung Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  
Franckeplatz 1, Haus 54
06110 Halle (Saale)


Studienberatung:

Dr. Christiane Holm
Germanistisches Institut
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  
Ludwig-Wucherer-Str. 2, Zimmer 1.07
06108 Halle (Saale)

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